Einsamkeit und kulturelle Muster

„Dann macht sie sich breit, die Einsamkeit!“

Wenn der Tag des tiefen Tals gekommen ist, dann gibt es scheinbar kein Entrinnen mehr aus dem schwarzen Loch. Alle, die schon einmal ein wirkliches Stimmungtief erlebt haben, wissen wovon hier die Rede ist. Die Depression fängt uns ein und macht uns zu Gefangenen einer Täuschung, der wir nur mühsam enrinnen können. Hormone scheinen eine wichtige Rolle zu spielen: Dopamin, Serotonin, Adrenalin, Noradrenalin, Oxytozin und einige andere weniger bekannte.

Vertrauen wir also der Pharmaindustrie und peppen unsere Hormonspiegel auf, dann sollte sich der Teufel wieder zurückziehen. Die Antidepressiva wirken aber meistens nicht so wie gewollt. Sie bieten Nebenwirkungen und schwache Leistungen, aber sie sind häufig der einzige Strohhalm zum Festhalten…

Wo liegen die Alternativen? Lebenslanges Training. RESILIANCE = Widerstandsfähigkeit. Achtsamkeit und Selbstwahrnehmung, Aufmerksamkeit und Empathie. Schon früh hätte im Kindergarten die Weiche gestellt werden können. Oder war es bereits zu spät, und die ersten drei Lebensjahre hätten entscheiden können?

In der Tat verkennen wir die enorme Spurkraft depressiver Züge. Wenn in den ersten Lebenmonaten eine Art Deprivierung stattfindet, kein oder wenig Körperkontakt, keine Ansprache, keine günstigen sozialen Reaktionen, dann entwickelt die bereits vorhandene genetische Disposition eine starke Tendenz zu depressiver Verhaltensweise.

In den Folgejahren hilft es dann nur wenig, die Spurrillen glätten zu wollen. Deshalb ist die Therapie depressiver Verstimmungen so schwierig. Eine manifeste Depression ist eine enorme Herausforderung für alle.

Aber hoppla: Gibt es in den Schulen neben Wirtschaft und Erdkunde, Mathematik und Religion nicht auch das Fach der Gesundheitslehre?

Sollte Schule nicht auf Leben vorbereiten, auf die Unwägbarkeiten und Frustrationen? Oder ist sie bereits zu spät im Rennen um die seelische Gesundheit, weil die Eltern die Tantiemen bereits in den ersten Jahren verspielt haben?

 OK, dann sind sie kein Wunder…die vielen Tauchfahrten in die Abgründe des Nichts. Die Schwere und die Leere. Sie sind durch neue Unterrichtsfächer nicht zu beseitigen.

Aber der Umgang mit diesen scharzen Löchern, der wäre trainierbar. Es ist wie Yoga oder Sicherheitsgurt.

Und dann macht sie sich wieder breit die Einsamkeit – wann ich an die Pläne der CDU/CSU denke, was Schüler*innen wissen und können sollten.

Dann wird’s ganz, ganz dunkel!

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