Amok: Masche für gefühlsstarre Halbwüchsige

 

 

Der Amoklauf von Winnenden in Baden-Würtemberg produziert Ratlosigkeit und macht nachdenklich. Er veranlasst mich keineswegs, keine Antworten finden zu wollen und ob der Brutalität und Härte der Tat in der Sprachlosigkeit verharren zu müssen.

Der Sohn eines Waffennarren schießt wild um sich und tötet dabei sinnlos und massenhaft und gezielt und absichtsvoll und mit einer gewissen Profession.

Die schnelle Antwort gibt es nicht. Die richtige schon gar nicht – vor allem, was diese Tragödie anbelangt. Deshalb ziehe ich mich zurück auf Überlegungen, die durch dieses Ereignis in jedem von uns ausgelöst werden können.

Wie weit ist mein Mitgefühl entwickelt? Wie intensiv bin ich in der Lage mitzuempfinden und mich einzufühlen?

Die emotionale Kompetenz ist keineswegs eine rudimentäre Prägung, die jedem von Geburt an mitgegeben ist. Sie ist – nicht selten mühsam – zu erlernen und zu entwickeln.

Die Wurzeln irrationalen Handelns mögen vielfältig sein. Sie sind aber immer emotional durchwirkt oder gar rein gefühlsmäßiger Natur. Hier versäumen Staat, Gesellschaft, Institutionen. Gemeinden, Vereine und Gruppen und am ENDE immer die Familien und Beziehungen (also letztlich immer wir individuellen Menschen) Fähigkeiten zu erwerben. Es existiert oftmals kein Modul „Gefühl und Mitgefühl“. Die Spiegelneuronen wurden offenbar versehentlich nicht aktiviert. Die Region Amygdala (für emotionales Erleben in unserem Gehirn zuständig) erhielt keinen geeigneten Input.

Credo: Wir benötigen mehr Bewusstsein für unsere emotionalen Notwendigkeiten und Belange. Jeder sollte in öffentlichen Einrichtungen im Bereich emotionaler Entwicklung Hilfen und Unterstützung erhalten, um sein Gehirn geeignet stimulieren zu können. Das ist dann eine Form des Selbstmanagements, das bei diesem jungen Mann völlig versagt hat.

Unityall - alles für die eine Welt!